Geschichte
Geschichte

Karthause Gaming - Symbolhafter Tagungsort

Für uns besonders interessant ist, dass die Gründer der militärischen Arbeitsgruppe "Gaminger Gespräche" (später "Gaminger Initiative") diesen Ort mit dem speziellen Friedensgeist 1989 als Name und Tagungsort gewählt haben. Dies sogar schon vor dem Fall der Berliner Mauer. Die private Initiative von österreichischen, deutschen und schweizerischen Offizieren wollte auf der Ebene von höheren Offizieren eine Brücke von Westen nach Osten schlagen, um so für ganz Europa eine Festigung des unruhigen Friedens zu erreichen.

1990 waren es zunächst 4 östliche Offiziersgruppen aus Tschechien, Ungarn, der Slowakei und von Slowenien, welche der Einladung zum 1. Symposium Folge leisteten. Dabei ging es vorerst um eine gemeinsame Tagungssprache (Deutsch) und ein gegenseitig verständliches Vokabular sowie eine gemeinsame Basis für das gegenseitige Vertrauen. Die Vertreter der sehr verschiedenartigen Offiziersgruppen wurden sich einig, eine neue Identität und Sicherheit für die Region Europa zu erarbeiten, dies vor allem durch informelle Gespräche.

1993 nahm erstmals der Präsident des CIOR, des Reservistenverbandes von 13 NATO-Staaten, am jährlichen Symposium teil. Etwas später versuchten einige Interessengruppen, diesen Integrationsprozess mit politischen Zielsetzungen zu beschleunigen, da als Ziele vor allem der Eintritt der Oststaaten in die NATO und in die EU anvisiert wurden. Schon bald aber erkannten alle Beteiligten, dass die wertvolle Diskussionsplattform der "Gaminger Initiative" unentbehrlich war, da nur durch behutsames Vorgehen die Persönlichkeit und Mentalität der einzelnen Völker im sensitiven Sicherheitsbereich zusammengeführt werden können.

2005 fand eine Präsidialtagung in Triest statt, an welcher beschlossen wurde, die bisherigen Aktivitäten regelmässig weiterzuführen. So treffen sich die 10 Mitgliedstaaten jährlich im Frühling zum Gaming 1 - Symposium, an welchem grundsätzliche Fragen im "Brain Storming"-Verfahren beantwortet werden und im Herbst stellt ein Mitgliedsland seine Armee und seine Sicherheitspolitik vor.

Ursprünglich betrafen die Themata vor allem die Stellung der Streitkräfte in der Gesellschaft sowie die Bedeutung des Primats der Politik und der Demokratie in den Streitkräften. Da meist noch keine Offiziersgesellschaften in den Oststaaten existierten, wurde den Offiziersgruppen geholfen, solche zu schaffen und von der Regierung anerkennen zu lassen.
Später ging es vor allem um die Stellung und Ausbildung der Reservisten in den Streitkräften. Dadurch entwickelte sich die "Gaminger Initiative" im letzten Jahrzehnt zu einem Fixpunkt des sicherheitspolitischen Veranstaltungskalenders in Mittelosteuropa, welcher als Forum Ausgangspunkt diverser militärischer und sicherheitspolitischer Initiativen in der Region war.
So fanden sich hier erstmals die Vorsitzenden der Verteidigungsausschüsse zusammen. Aber auch alle Generalstabschefs der Mitgliedsländer trafen sich hier und schliesslich war auch die wechselseitigen Beziehungen der Streitkräfte, der Wirtschaft und der Politik ein grosses Seminar-Thema.

Die Gaminger Initiative ist nun eine regionale, mitteleuropäische Plattform. Sie widmet sich sicherheitspolitische- und streitkräfterelevanten Themen. Sie unterstützt die Bildung starker, von Politik und Streitkräften anerkannter Offiziers- und Reservistenvereinigungen und betreut diese laufend, um sie in die Lage zu versetzen , auf einer Ebene unterhalb von Politik und  Streitkräften im Sinne nationaler und internationaler Verteidigungsbereitschaft und gemeinsamer Sicherheit zu wirken. Das Schwerpunktthema wird jährlich von der Präsidentschaft festgelgt.